Jagen mit Spaniels


Unsere Spaniels sind feinnasige und intelligente Hunde, die mit Begeisterung arbeiten.

 

  • Sie leisten hervorragende Arbeit auf der Schweißfährte
  • Sie stöbern spurlaut in allen Dickungen, auch im Schilf
  • Sie apportieren freudig geschossenes Wild, z.B. Enten
  • Sie arbeiten unter der Flinte
 
Und natürlich sind sie wunderbare Jagdgefährten und einfühlsame Familienhunde
 
GHL 1010\J1J1EG2
Vico aus dem Immenreich
B: Georg Matuschek

 

 

Jugendprüfung in
Baden-Württemberg

 

von links: 
Sableux aus dem Immenreich Führer Hofmann,
Troll aus dem Immenreich Führer Grauer, 
Sanna aus dem Immenreich Führer Vogel.

Im Immenreich geboren aber ein "Poppenspäler's"

Bes. M.Tripotin

 


Mit Spaniels zur Drückjagd

 

Drei Drückjagden in acht Tagen, da gilt am Morgen ein besorgter Blick meiner fast zwölf jährigen „Oma“, aber trotz der schwierigen Geländeverhältnisse auf einer Windwurffläche von 1990 geht sie nicht lahm und auch ihre neun Monate alte Enkeltochter ist bereits zu neuen Taten aufgelegt. Gut haben sie gestern gejagt auf der schon traditionellen Spanieljagd in Illertissen, ein besonderer Termin in unserem alljährlichen Drückjagdprogramm. Denn hier wird völlig ohne Treiber nur mit Hundeführern und Hunden gejagt. Fast 20 Spaniels, davon wohl die Hälfte Englische Springer, waren es gestern.

 

 

Hier treffen sich alljährlich die Spanielführer aus Bayern und Baden-Württemberg. Dieses Jahr hatten wir  auch Gäste aus Norddeutschland und Österreich. Am Abend vor der Jagd sitzen wir bereits gemütlich beieinander und es wird gefachsimpelt.

Am anderen Morgen wird jeder Hundeführer in „sein“ Treiben eingewiesen, das er mit seinen Hunden abzusuchen hat. Wenn dann der kundige Revierführer fort ist, kann man noch die Karte zu Rate ziehen. Dieses Jahr sind es nur ca. 50 ha, die ich mit meinen vier Hunden durcharbeiten muss, aber die haben es in sich. Sehr viel Jungwuchs, viele Seggen, viel Totholz und Wasserlöcher. Meine vier Cocker müssen fast ununterbrochen springen und das kostet Kraft. Aber immer wieder zeigt mir ihr Laut an, dass sie gefunden haben und an den Schüssen höre ich , dass ihre Jagd nicht umsonst war. Auch die Alte, nicht mehr so schnell wie früher, aber immer noch mit hervorragender Nase findet Wild, das die schnellen Jungen überlaufen haben. Mit kräftigem Laut zeigt sie es an und bald höre ich, dass es die Jungen übernommen haben, das Stück vorwärts zu bringen. Zu sehen ist im dichten Bestand nichts.

 

Ganz in meiner Nähe fällt ein Schuß. Der Schütze weist mich ein und nachdem ich auf einem morschen Baumstamm über einen Bach balanciert bin, höre ich die Hunde knurren. Da weiß ich, dass sie gefunden haben und kann dem Schützen seinen gestreckten Keiler melden. Nach 2 ½ Stunden ist das Treiben vorbei. Wir sind alle müde und ich bin froh, dass es an diesem Tag kein zweites Treiben mehr gibt. An der Jagdhütte treffen wir uns. Die Strecke ist bunt: Schwarzwild, Rehwild, Füchse und auch ein Hase ist dabei. Der Jagdherr ist zufrieden und lobt die Arbeit der Hunde.

 

Nach einem guten Eintopf kann ich noch bei Tageslicht die Heimreise antreten. Auf dem Heimweg lasse ich die Ereignisse des Tages an meinem inneren Auge vorbeiziehen und genieße nochmals jeden Augenblick. Immerhin haben wir jetzt eine Pause von einer guten Woche. Schön für die Hunde, dass es reichlich Arbeit für sie gibt. Seit etwas mehr als zehn Jahren haben sich sowohl in Bayern als auch in Baden-Württemberg Spanielführer mit ihren Hunden zusammengefunden und stehen nun je nachdem in größerer oder kleinerer Besetzung bei Drückjagden zur Verfügung. Waren es in den ersten Jahren nur wenige Jagden meist bei Spanielleuten, so hat die Anzahl im Laufe der Jahre doch kontinuierlich zugenommen und wo die Spaniels einmal gejagt haben, werden sie auch gerne wieder eingeladen. 

 

Da der Spaniel führerbezogen jagt, habe ich es in all den Jahren kaum einmal erlebt, dass am Ende des Treibens Spaniels fehlten und falls doch, hatten sie sich beim Auto oder einem Schützen eingestellt. Nie wurden sie in Nachbarrevieren aufgegriffen. Durch das dichte Haarkleid geschützt, scheut der Spaniel die Dornen nicht, auch wenn diese manchmal noch tagelang am Hund zu finden sind. Von einem einzelnen Spaniel lässt sich zwar eine Rotte Schwarzwild wenig beeindrucken, sind es jedoch mehrere, wird’s den Schwarzkitteln ungemütlich und sie machen sich auf die Läufe. Dabei ist der Spaniel nicht unverständig scharf, und  ich habe es zumindest bei Drückjagden nie erlebt, dass ein Spaniel ernstlich geschlagen worden wäre. Mit seiner feinen Nase findet er zuverlässig Wild und zeigt es mit gutem Laut an, wobei er in der Regel nicht übermäßig weit jagt. Vor dem laut jagenden Spaniel kommt das Wild nicht allzu schnell und kann gut angesprochen, bzw. erlegt werden. Auch in der Ausbildung unserer Hunde haben wir einen guten Stand erreicht. Mehr als die Hälfte der eingesetzten Hunde haben eine Gebrauchsprüfung, einige haben erfolgreich die Verbandsschweißprüfung absolviert und außer den ganz jungen Hunden, haben die anderen doch wenigstens eine Zuchtprüfung. Jeder unserer Hunde ist einzeln eingejagt.

Für mich selber ist es jedes Mal ein besonderes Erlebnis mit meinen Hunden jagen zu gehen. Schön auch  dabei gute alte Bekannte wieder zu treffen – oder wie in der vergangenen Woche irgendwo völlig fremd zu sein und mit der Arbeit der Hunde erst überzeugen zu müssen.

 

erschienen in Pirsch 4/2002


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last update 06.12.2017

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