Geschichte der Cocker

"aus dem Immenreich"


Am 4.9.1970 fiel unser A-Wurf aus Leslie v. Eichenhain.

Leslie war mir eineinhalb Jahre zuvor als dreijährige direkt aus Zwingerhaltung geschenkt worden. Am Tag nach meinem bestandenen 1. Staatsexamen hatte ich sie mir geholt. Sehr schnell überzeugte sie mich davon, dass sie ein Jagdhund sei. Auf Anlagenprüfung und Erweiterter Anlagenprüfung stellte sie ihre jagdlichen Fähigkeiten unter Beweis. Sie war wohl derjenige meiner Hunde, der mich am meisten liebte, obwohl oder vielleicht weil sie als erwachsener Hund zu mir kam.

Meine Liebe zu den Spaniels reicht jedoch in meine allerfrühesten Kindertage zurück, da ich praktisch mit ihnen "in der Wurfkiste" aufgewachsen bin. Am Spaniel liebe ich Temparament, Eleganz und Intelligenz gepaart mit eigenem Willen. Eine Welt brach für mich zusammen, als Leslie Anfang des Jahres 1972 an den Folgen eines Kaiserschnitts starb.

Leslie vom Eichenhain
Z. Ingeborg v. Roeder

Ein ganzes Vierteljahr dauerte die schreckliche hundelose Zeit. Dann kam "Elfe vom Weeskental", Z: E. Jamrowski, zu uns. Ihr ganzes 15-jähriges Leben lang war sie vor allem Jagdhund, aber auch liebevoller Spielkamerad unserer heranwachsenden Kinder. Ihre Passion übertraf meine damaligen Abrichte- und Führerfähigkeiten bei weitem und daher blieben ihre Prüfungserfolge auf die Jugendprüfung beschränkt.

 

Aus ihr zog ich nach "CHIB Sandstorm of Hilltop" unsere orange Haselmaus, genannt Lotte. Lotte brachte jagdlich sehr gute Nachzucht. Sie selber war ein angenehm zu führender Hund. Von ihren Töchtern behielt ich Lady Mary nach, "Kosak von der Buchhölle". Wie alle meine Blauschimmel war Mary ein herausragender Jagdhund. Mit Mary begann die Zeit der Drückjagden, aber auch des Schwarzwildes, was Mary fast das Leben  kostete. Mary war auch mein erster Hund mit Gebrauchsprüfung und das sogar mit I. Preis und Formwert vorzüglich.

 

Marys Tochter Nanett, meine erste und bis dato auch einzige einfarbige nach "Grischa vom Hasenschreck" ist noch heute mit über 10 Jahren ein hervorragender Drückjagdhund. Sie ist der intelligenteste Hund mit dem ich in dreißig Jahren gearbeitet habe. Jagdlich gesehen ist ihr einziger Fehler mangelnde Standruhe. Das kostete sie bei der GP den I. Preis. Ihre Tochter Rosalie (blauschimmel) ist unser derzeitiger Spitzenhund. Für sie gilt das alte Jägersprichwort: "Ein guter Hund macht Wild" uneingeschränkt - sie findet immer und überall etwas. Ihr Vater ist der französische "CHIB CHIT Dabadie des Terres Froides". Bereits mit sieben Monaten konnte sie die Jugendprüfung mit Spurlaut 4 bestehen. Die Vorbereitung für die GP erforderte bei dieser hochpassionierten Hündin schon einige Mehrarbeit, aber es gelang uns mit II. Preis zu bestehen. Außerdem erhielt sie mehrmals den Formwert vorzüglich.

 

Ein weiteres Standbein habe ich in "Eny z Trojanku", die ich von meinem Freund R.T. Georgii erhielt und ihrer Tochter "Unica" GHL, die mir zusammen mit Familie Zorn gehört.

 

Inzwischen haben wir das Alphabet einmal ganz und wieder bis E (2009) durchgezüchtet. Es war nicht immer nur Vergnügen, sondern häufig harte Arbeit. Was mir in den vergangenen Jahren zunehmend Probleme bereitet, ist, wenn ich das Gefühl habe, einen Hund an den falschen Platz gegeben zu haben. Bei aller Mühe gute Plätze zu finden, passiert einem so etwas leider manchmal - und das belastet mich. 183 Welpen sind in unserem Haus aufgewachsen. 79 davon wurden in die Anlagenbewertungsliste des Jagdspaniel-Klubs eingetragen, 13 schafften den Eintrag in die Gebrauchshundeliste. Viele machten die Brauchbarkeitsprüfung. Das wichtigste aber bleibt ein glücklicher Hund in der Hand eines zufriedenen Führers.

In all den Jahren habe ich europaweit viele Freunde gefunden, die genau wie ich den Spaniel als Jagdhund erhalten wollen. Viele Begegnungen, viele schöne Erinnerungen - auch das macht Züchten so reizvoll.

 

10.01.2010: Im Juni 2008 musste ich Rosalie fast fünfzehnjährig einschläfern lassen um ihr weitere Leiden zu ersparen. Uns wird sie immer als kompromisslose Jägerin in Erinnerung bleiben. Ich habe mit ihren Töchtern Xarina (Dicke) und Yolly weitergezüchtet, beide (jede auf ihre Art) sehr gute Jagdhunde. Die Dicke ein guter Stöberer und zuverlässig auf Schweiß - inzwischen der Jagdhund meines Mannes. Bis heute hat sie weder ihm noch seinen Jagdkollegen ein krankes Stück verloren gehen lassen. Dabei waren wir von ihrer Vorgängerin Wanda GHL \J3SwI auf dem Gebiet der Schweißarbeit sehr verwöhnt. Yolly ist der herausragende Stöberer in den Fußstapfen ihrer Mutter - egal ob zu Lande oder im Wasser.

Töchter der beiden stehen in anderen jagdlichen Zwingern, die Yolly-Tochter Amy ABL\J1 im Zwinger vom Schwabenland, die Xarina-Töchter Zoey GHL\J1H1G2G1SwIII, Gebrauchssiegerin im Zwinger vom Krebsbachtal, und Yanett GHL \J1SwI/III im Zwinger aus dem Wildenburger Land.  Söhne der beiden finden sich in der jagdlichen Deckrüdenliste.

 

Nachzucht von Eny z Trojanku steht im Zwinger vom Kienberg. Über den Rosalie-Sohn Vico GHL J1H1G2SwI/III haben sich Rosalies Gene weit in der jagdlichen Zucht verbreitet, was ich mit gemischten Gefühlen sehe, denn es ist nicht gut, wenn wir genetisch immer enger werden. Daher sehe ich mich gezwungen, mit meinen Hündinnen zum Decken fremde Rüden, häufig auch im Ausland zu nehmen. Durch umfassende Information bringen mich solche Verpaarungen meist züchterisch weiter. Dabei bin ich weder ein Züchter von bestimmten Farben, noch von jagdlichen Ahnentafeln, sondern bemühe mich gesunde, wesensfeste und leistungsfähige Hunde zu züchten.


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last update 06.12.2017

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